Google lanciert eigenes OS für Netbooks

8. Juli 2009 - 09:40 Uhr

Soeben hat Google die Lancierung eines eigenen Betriebssystems für Netbooks das “Google Chrome OS” bekanntgebeben. Das Betriebssystem soll ab Mitte 2010 im Handel erhältlich sein.

Hier die Original Pressemitteilung:

Vor neun Monaten haben wir den Google Chrome-Browser auf den Markt gebracht. Wir waren sehr gespannt – und inzwischen verwenden über 30 Millionen Menschen Google Chrome als primären Browser. Viele Nutzer von Google Chrome leben praktisch im Internet. Sie verbringen den grössten Teil ihrer Zeit damit, Nachrichten zu lesen, Suchen durchzuführen, E-Mails zu schreiben, Einkäufe zu tätigen und in Kontakt mit Freunden zu bleiben. Die meisten Betriebssysteme wurden jedoch in einer Zeit entworfen, als es noch kein Internet gab. Wir meinen, das Internet sollte den Kern beim Umgang mit Computern darstellen. Aus diesem Grund haben wir den Google Chrome-Browser entwickelt und überdenken nun im nächsten Schritt, wie ein entsprechendes Betriebssystem aussehen sollte.
 
Heute können wir von einem aufregenden Projekt berichten: dem Google Chrome-Betriebssystem. Google Chrome OS ist ein Open Source-Betriebssystem für Netbooks und auf das Nötigste reduziert. Gegen Ende dieses Jahres werden wir das Programm als Open Source freigeben, und Netbooks, die unter Google Chrome OS laufen, werden in der zweiten Jahreshälfte 2010 im Handel erhältlich sein. Da wir mit vielen Partnern und der Open Source-Community an der Entwicklung dieses Betriebssystems arbeiten, möchten wir bereits jetzt unsere Ziele bekannt geben, die wir mit diesem Projekt verfolgen, damit jeder nachvollziehen kann, was wir damit erreichen möchten.
 
Schnelligkeit, Einfachheit und Sicherheit sind die zentralen Aspekte von Google Chrome OS. Wir entwerfen ein schnelles Betriebssystem, das auf das Nötigste reduziert ist und die Nutzer innerhalb weniger Sekunden ins Web bringt. Die Benutzeroberfläche ist minimal. Sie bleibt im Hintergrund und die meiste Nutzererfahrung findet im Internet statt. Und wie beim Google Chrome-Browser kehren wir hier zu den Grundlagen zurück und entwerfen die dem Betriebssystem zugrunde liegende Sicherheitsarchitektur vollständig neu, damit die Nutzer sich nicht um Viren, Malware und Sicherheitsupdates kümmern müssen. Der Rechner sollte einfach nur funktionieren.
 
Google Chrome OS wird sowohl auf x86- als auch auf ARM-Plattformen laufen, und wir arbeiten mit vielen OEMs zusammen, um im nächsten Jahr eine Reihe von Netbooks in den Handel bringen zu können. Die Softwarearchitektur ist einfach – Google Chrome läuft mit einem neuen Fenstersystem, das auf einem Linux-Kernel aufbaut. Die Plattform für Anwendungsentwickler ist das Web. Alle webbasierten Anwendungen funktionieren automatisch und neue Anwendungen können mit den jeweils bevorzugten Webtechnologien geschrieben werden. Und natürlich laufen diese Anwendungen nicht nur auf Google Chrome OS, sondern mit jedem Standardbrowser unter Windows, Mac und Linux. So erweitert sich der mögliche Kundenkreis für Entwickler um ein Vielfaches.
 
Man kann sich nun fragen, wie diese Bemühungen mit Android zusammenhängen, Googles Open Source-Betriebssystem für mobile Geräte. Android wurde von Anfang an dafür entworfen, auf einer Vielzahl verschiedener Geräte ausgeführt zu werden – von Telefonen, über Set-Top-Boxes bis hin zu Netbooks. Google investiert weiter und erweitert noch die Arten von Verbraucherprodukten, auf denen Android eingesetzt werden kann. Google Chrome OS ist eine ganz andere Initiative. Google Chrome OS wurde speziell für Netbooks entworfen, und damit für Nutzer, die den grössten Teil ihrer Zeit online verbringen.
 
Wir erhalten viel Feedback von unseren Nutzern, und alle möchten ihre Computererfahrung fortlaufend verbessern. Sie möchten sofort auf ihre E-Mails zugreifen können und nicht erst lange darauf warten müssen, bis der Computer hochgefahren und der Browser gestartet ist. Die Computer sollen so schnell bleiben, wie sie es am Anfang waren. Die Nutzer möchten überall auf ihre Daten zugreifen können und sich keine Sorgen darüber machen müssen, was passiert, wenn sie den Computer verlieren oder sie vergessen haben, ihre Dateien zu sichern. Und was noch wichtiger ist: Sie möchten nicht jedes Mal Stunden mit der Konfiguration ihres Computers zubringen müssen, wenn sie sich neue Hardware anschaffen, und sich nicht mehr ständig um Softwareupdates kümmern müssen. Doch immer wenn Nutzer bessere Erfahrungen mit ihren Computern machen, kommt dies auch Google zugute, denn zufriedene Nutzer werden auch mehr Zeit im Internet verbringen.
 
Wir haben viel zu tun und wir werden auf jeden Fall auch viel Hilfe von der Open Source-Community benötigen, um unsere Vision zu verwirklichen. Teilen Sie es uns mit, wenn Sie Interesse haben! Wir sind schon sehr gespannt darauf, was uns erwartet, und wir hoffen, Sie sind es auch. Mehr darüber können wir Ihnen im Herbst berichten und wünschen Ihnen nun einen wunderschönen Sommer.
 
Sundar Pichai, Google VP Product Management and Linus Upson, Engineering Director

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krz.ch – URLs und Links kürzen

16. Dezember 2008 - 18:57 Uhr

Soeben ist krz.ch gelauncht worden.

krz.ch ist ein Schweizer URL und Link kürzer analog dem US Vorbild: www.tinyurl.com

Links kürzen ist praktisch, wenn man jemandem per SMS oder Twitter eine Internet-Adresse senden möchte, oder diese beispielsweise auf Facebook als Statusmeldung einbinden will. Da all diese Medien eine Begrenzung auf rund 140 – 160 Zeichen aufweisen, ist es schwierig, entsprechend längere URL’s wie http://www.flohmarkt24.ch/flohmarktdetail.php?id=1166 einfach einzubinden. Mit krz.ch lässt sich der Link beispielsweise auf folgendes umbenennen: krz.ch/kanzlei-flohmarkt.

Somit können sprechende WebLinks gestaltet werden, bei denen der Empfänger bereits weiss, worum es im Link geht.

Das Erstellen eines solchen Links ist ganz einfach:

1. Im grossen Feld den Link der gekürzt werden soll eingeben
2. Unter dem Feld auf “Erweiterte Optionen” klicken
3. Die gewünschen Link-Worte einfügen
4. auf “KRZ!” (kürzen) klicken. Fertig!

Schon funktioniert der gewünschte Link und man kann ihn wie gewünscht einsetzen.

Das Praktische ist zudem, dass über die Statistik-Funktion jederzeit nachgesehen werden kann, wie oft der Kurz-Link angeklickt worden ist!

Dazu ist das ganze erst noch gratis! Wirklich praktisch, wenn man kurze und einprägsame Links haben will.

Um den Kritikern zuvor zu kommen. Natürlich gibt es in der Schweiz bereits einen existierenden Link-Kürzer (www.snipsnap.ch) doch macht Link kürzen halt erst mit einer kurzen URL wirklich Sinn ;-)

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Google launcht eigenen WebBrowser – Google Chrome

2. September 2008 - 10:04 Uhr

Wie auf dem offiziellen Google Blog bekanntgegeben wurde, launcht Google heute eine erste Version des Google-eigenen WebBrowsers Google Chrome.

Einen ersten Screenshot davon findet man auf TechCrunch:

Interessant am Launch ist zusätzlich, dass Google das Produkt durch ein Comic-Heft (38 Seiten) begleitet, das die Vorteile des neuen Google Browsers auf verständliche Art und Weise darstellt. Das Buch wurde vom kürzlich engagierten Scott McLeod gezeichnet und findet sich hier: Google Chrome Comic

Interessant, die URL /googlebooks/ werden also inskünftig alle Google-Produkte im BatMan-Stil begleitet und dargestellt? Sind Google-Comics bald ein Collectors-Item, bspw. handsigniert vom jeweiligen Produkt-Manager und dann an Benefiz-Events zugunsten Google.org versteigert? :-)

Angeblich findet heute Abend in Zürich eine offizielle Pressekonferenz zu Google Chrome statt. Mehr dazu dann morgen.

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BlogNews – Social News Seite für die Schweiz gelauncht

29. August 2008 - 10:58 Uhr

Heute hat die Idealizer AG (zu der auch netznews.tv) gehört, bekannt gegeben, dass Sie www.BlogNews.ch launcht. BlogNews ist eine Social Media News Seite analog www.digg.com in den USA oder www.webnews.de in Deutschland.

User können Inhalte, die sie interessant finden auf BlogNews einreichen und für verlinkte Inhalte Stimmen. Beiträge die eine gewisse Anzahl stimmen erhalten haben werden “populär” und auf die jeweilige StartSeite der entsprechenden Kategorie hervorgetrieben.

Wer sich bis 31.10.2008 bei BlogNews anmeldet, nimmt automatisch an der Verlosung eines Apple iPhone 3G teil.

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TechCrunch Zurich Meetup | Elevator Pitches | Interviews

21. Juli 2008 - 08:42 Uhr

Letzten Donnerstag hat im Bluewin-Tower das Zürich Meetup des Technologie-Blogs TechCrunch statt.

Die Veranstaltung wurde von Mike Butcher von TechCrunch UK initiiert und durch einige lokale Startups wie Wua.la, Doodle, NewsCred, Sandbox und einigen Privat-Personen organisiert.

Swisscom, RedAlpine, Zanox, Holtzbrink eLab, Sun Microsystems und Creathor Venture sponserten das ganze, so dass die rund 200 Teilnehmer den Abend kostenlos und doch köstlich verpflegt geniessen konnten.

Netznews.tv führte mit Mike Butcher ein kurzes Interview (ca. 8 min) über die aktuelle Lage des Internets und dessen Konsequenzen auf unsere Gesellschaft:

Im Rahmen des Abends präsentierten Startups aus der ganzen Schweiz ihre sogenannten “Elevator Pitches”, also Präsentationen die die Dauer einer Fahrstuhl-Fahrt dauern: 20 Sekunden. Das Video enthält die Moderation von Peter Hogenkamp, die Eröffnungsrede von Mike Butcher sowie alle Elevator Pitches (total 33 min):

Eines der interessanten Startups war NewsCred, das versucht Nachrichten aus der ganzen Welt systematisch zu sammeln und nach deren Glaubwürdigkeit zu bündeln:

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BlogCamp 2.0 Zürich: Die un-Konferenz

25. Oktober 2007 - 13:23 Uhr

Vorletzten Samstag fand in Zürich das BlogCamp 2.0 statt. Das wiederum von Peter, Will, Dominik und Remo organisiert wurde. BlogCamp ist auf den Prinzipien des BarCamp von Tara Hunt und Chris Messina aufgebaut.

Im Video zeigen wir Ausschnitte aus einzelnen Sessions sowie Reviews einiger Teilnehmer wie Carole Hofmann von shiftTHINK, Adrian Locher von smaboo, Peer Dittmar von LogCut, und vielen weiteren. Behandelt wird ebenfalls die Abgrenzung zwischen Bloggen und Journalismus… Viel Spass.

Diese Woche sind wir an der SMX Stockholm, einer neuen Konferenz-Reihe von Danny Sullivan und Chris Sherman. Rand Fishkin, den wir im letzten Interview hatten moderiert dort diverse Panels.

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Warum sich CEO’s wirklich um Online-Marketing kümmern sollten…

16. Oktober 2007 - 18:26 Uhr

Im letzten Post hatten wir den gegenwärtigen Zwist zwischen den Schweizer Verlegern und Google News eingehend betrachtet. Im Kern dieses Zwists geht es um das Thema “Crawlability”. Nachstehend zeigen wir einige Beispiele, was gute Crawlability ausmachen kann.

Wikipedia definiert “Online Marketing” als “alle Marketingaktionen, die mit Hilfe des Internets erfolgen können.

Online Marketing ist also ein Teilbereich des Marketings, müsste also auch von den Marketing-Leitern abgedeckt werden.

Wieso sollte sich also ein CEO selbst mit der Thematik auseinandersetzen?

Weil Online sein nicht gleichzusetzen ist, mit Online erfolgreich sein und somit nachhaltige Effekte auf Ihre Unternehmenserfolge haben wird.

Rund 80% aller Internet-Nutzer nutzen Suchmaschinen wie Google, Live oder Search.ch um an die von ihnen gewünschten Informationen zu gelangen.

Firmen richten ihr Online Marketing oftmals so aus, dass man die eigene Homepage zu den wichtigsten Begriffen zu positionieren versucht. Dabei sind gerade diese Begriffe oftmals gar nicht im Fokus des entsprechenden Nutzers.

Ein Beispiel hierfür wäre eine News-Website wie Blick, oder 20minuten, sie sich auf den Begriff “News” zu optimieren versucht. Sucht man nach “News” bei Google, erscheinen beide Player unter den obersten Resultaten. Sucht man hingegen nach “Nachrichten” erscheint keiner der beiden Player auf der ersten Resultate-Seite. Interessant ist, dass die NZZ zu beiden Suchbegriffen gar nicht erscheint.

Marken vermögen sich bei einem Nutzer zu einem bestimmten Begriff einzuprägen. Also liesse sich einfach argumentieren, dass beide Websites gar nicht zum Begriff “Nachrichten” gefunden werden müssten, da sich die User sowieso direkt an diese beiden Plattformen wenden würden, wenn sie Nachrichten suchten.

Doch interessanter dürfte sein, was, wenn ein Nutzer nach einem bestimmten Thema sucht, wie derzeit “Nobelpreis” von Interesse sein könnte. Googlet man “Nobelpreis” so erscheinen in den Resultate-Listen auf erster und zweiter Stelle die NZZ, als drittes und viertes Resultat der Tages-Anzeiger, gefolgt vom Blick. 20min erscheint auf der ersten Seite gar nicht, obwohl durchaus eine Vielfalt von Content zu diesem Begriff vorhanden wäre.

Schauen Sie sich die Ergebnisse der Google-Suche für “Dalai Lama” an. Gleiches Resultat.

Angenommen es wäre Ihre Webseite? Zu welchen Begriffen würden Sie lieber gefunden werden? Zum Branchenbegriff oder zum jeweiligen Suchbegriff?

Die Ursache der hier gezeigten Beispiel-Ergebnisse liegt im Begriff des “Organischen Rankings”. Als “Organische Suchergebnisse” werden diejenigen Resultate in den Such-Ergebnissen bezeichnet, die non-kommerziell dafür jedoch relevant sind – für die also nicht bezahlt wurde.

Dieser “Gratis-Traffic” kann, wenn man Online Marketing richtig einsetzt, ein enormes Ausmass und somit relevante Budget-Einsparungen erreichen. Online Marketing ist aber mittlerweile eine eigene Industrie geworden, deren Wissen man sich nicht mehr nur durch Lesen von Blogs etc. selbst aneignen kann.

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Medien wird die kosteneffiziente Aussteuerung von Werbung immer relevanter und kontrollierbarer. Unternehmen, die heute nicht die Weichen für ein erfolgreiches Online Marketing stellen, werden dieses Versäumnis inskünftig durch verlorene Marktanteile, höhere Kosten, und reduzierte Online Erträge teuer kompensieren müssen.

Wie sollten sich zukunftsorientierte Unternehmer in Ihrer Online-Strategie verhalten? Rand Fishkin von SEOmoz.org einer der bedeutendsten Quellen zum Gebiet des Suchmaschinen-Marketing gibt Ihnen entsprechende Inputs:

Welche Rolle spielt Online in Ihrem Unternehmen? Wird dem Thema auf GL-Stufe Rechnung getragen, oder ist es ein Teilbereich des Marketings oder der Technik?

Haben Sie gar einen “WebStrategist”? Jeremiah Owyang, ein renomierter Blogger in den USA, der sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, hat dazu einen interessanten Artikel zur wachsenden Bedeutung des Internets in Unternehmen geschrieben.

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Schweizer Presse versus Google (news.google.ch)

25. September 2007 - 01:13 Uhr

Vergangenen Donnerstag und Freitag fand der Jahreskongress des Verbands Schweizer Presse statt. Da netznews.tv nicht als Presse akkreditiert war, haben wir davon leider keine Videoaufnahmen, weshalb unser heutiger Post in elektronischer Print-Form erscheint… ;-)

Wie der Verbandspräsident Hanspeter Lebrument in seiner Schlussrede ausführte, habe Google Angst vor der Schweizer Presse. Der im Persönlich genannte Widerspruch aus dem Plenum kam von netznews.tv, weshalb wir im Folgenden die Thematik etwas genauer analysieren.

Kurz zur Chronologie:
Am 28.08. erschien auf Persönlich ein Artikel, dass die Schweizer Medienhäuser eine Konkurrenz zu Google News planen. Dem Artikel nach, suchten die Verleger bereits seit Anfang Jahr intensiv nach Mitteln und Wegen, wie die Wilderei des Internetriesen auf den Websites der Schweizer Zeitungsverlage wirkungsvoll eingedämmt werden könnte. Insbesondere seien die Verlage künftig nicht mehr gewillt zu verschenken, wofür sie Geld bezahlen. Gleichzeitig seien mehrere Verlage daran, eine gemeinsame Alternative zu Google News zu entwickeln.

Am 02.09. verkündete Google inskünftig Agenturmeldungen direkt in Google News einzubinden.

In der Folge wurde die Diskussion verschiedentlich in der Blogosphäre aufgegriffen, so z.B. bei Namics, Andreas Göldi sowie Andreas Göldi Teil 2, Josefa Haas und weiteren…

Am 21.09. fand nun der Jahreskongress statt, an dem Andreas Schönenberger, Country Manager Schweiz, von Google ein Referat hielt, das, wie sich in den nachträglichen Diskussionen feststellen liess, von den meisten Kongress-Teilnehmern nicht verstanden wurde und als “flau” bezeichnet wurde. Doch was genau hat Schönenberger gesagt?

Referat Andreas Schönenberger, Country Manager Google Schweiz, am Jahreskongress Schweizer Presse 2007

“Das Internet bringt eine Disruption, wie wir sie bei Gutenberg gesehen haben.” weiter “Lassen Sie uns mal anschauen, wie die Jungen Leute von heute das Internet auch benutzen. Sie benutzen das Internet um News zu lesen, mit Freunden Fotos auszutauschen, den Weg zum nächsten Event zu finden, oder zu telefonieren. Also eine ganz neue Art wie das Internet gebraucht wird.”

Damit meinte Schönenberger wohl, dass das Internet nicht wie im “Web 1.0″ nur zum Auffinden von Informationen genutzt wird (was der primäre Nutzen einer print-basierten Zeitung ist) sondern, dass dieses Medium eben über weitergehende, nachhaltige, interaktive USP’s verfügt, welche beispielsweise Radio und TV gegenüber Print nicht hatten.

Im Anschluss stellte Schönenberger, die verschiedenen Google Services, vor, wobei er auf freundliche, wenn auch unbestimmte Weise, den Verlegern Hand reichte diese richtig zu nutzen:

Google Search:
Interessanter Weise zeigte Schönenberger einen Screenshot zum Keyword “ferrari” der basierend auf Google’s Universal Search, auch die News-Ergebnisse bereits in den normalen Web-Ergebnissen anzeigte,obwohl dies in der Schweiz mit der selben Query noch nicht funktioniert. Die zwei integrierten News-Links waren von Financial Times Deutschland und hatten daneben einen Verweis “20 weitere Artikel” resp. “42 weitere Artikel”.

Somit signalisierte er, die wachsende Bedeutung der News-Suche und nochmehr, die Wichtigkeit der entsprechenden Optimierung der eigenen Newsfeeds, damit möglichst die verlagseigene News-Story dort erscheint.

Liebe Verleger, wäre es wirklich so schlecht für Sie, wenn jemand “Blocher-TV” bei Google eingibt, und neben dem Link zur Blocher-Page auch der Link zum entsprechenden Artikel Ihrer Zeitung stehen würde?

YouTube
Schönenberger erwähnte weiter das Video-Portal YouTube, das ebenfalls zum Google-Konzern gehört und gemäss Berichten an europäischen Versionen arbeitet. YouTube Videos werden seit Einführung der Universal Search ebenfalls in den Suchresultaten von Google Search gelistet.
Verleger, die nebst einer Zeitung auch über Video-Beiträge verfügen, beispielsweise durch ein eigenes Regional-Fernsehen, wären wohl gut damit beraten, sich eine Online-Video-Optimierungs-Strategie zu erarbeiten, damit diese Videos möglichst auch in die Suchergebnisse von Google einfliessen und nicht diejenigen einer anderen Online-News-Redaktion, welche nicht dem Verband angehört…

Google Maps und Google Earth
“Unser Ziel ist es, Plattformen zu haben, die den Menschen helfen, die originäre Information zu finden. Unser Ziel ist nicht, Inhalte zu besitzen.”
Google Maps und Google Earth sind zwei Produkte, die sich hervorragend eignen, als Mashup in die eigene Website einzubinden. Verschiedentlich wurde dies in den USA bereits mit News-Meldungen versucht.

Verleger mit einer cleveren Online-Strategie würden besser auf Google zugehen und beispielsweise für die eigene Region eine News-History-Karte erstellen, auf der zu jeder Newsstory die entsprechende Stelle auf einer Karte markiert würde, so könnten Bewohner der entsprechenden Region verfolgen, was sich an jedem beliebigen Ort in der Vergangenheit abgespielt hat und Verleger könnten den zusätzlichen Traffic kommerzialisieren.

Google News
(Folientitel: “Google News: lead users to content providers”)

Bezüglich dieses seitens der Verleger umstrittenen Bereiches, sei es das Ziel von Google, “die Inhalte so aufzubereiten, dass die Leute diejenigen Artikel finden, die sie im Netz interessieren”.
Dabei zeigte er, anhand von Beispielen, wieviel prozentualer Traffic bei einzelnen Mitgliedern des Verbandes Schweizer Presse durch Google und Google-News erzeugt werden.

Weiter erklärte Schönenberger, dass man bei Google eine fundamentale Veränderung in der Nutzung von Medienseites beobachte, dem sogenannten Unbundling. Hierbei würden Themen aus den Zeitungen aufgegriffen und auf themen-spezialisierten Seiten vertieft behandelt.

Als Inhalte-Anbieter müsse man sich inskünftig überlegen, was genau der USP sei, weshalb der Leser zu einem selbst komme und nicht zum Mitbewerber.

Verleger werden sich diesbezüglich überlegen müssen, ob beispielsweise ein Journalist einer ländlichen Region, der die Ressorts Ausland, Wirtschaft und Sport betreut, qualitativ tatsächlich besser über ein Ereignis im Nahen Osten schreibt, als jemand einer nationalen Zeitung, der über ein weitreichendes Korrespondentennetz verfügt.
Für Verleger stellt sich daher die Frage, in welchen Bereichen Sie über einzigartiges redaktionelles Know-how verfügen, und wie sie dieses bestmöglich zur nachhaltigen Wertgenerierung einsetzen können.

Schönenberger schloss sein Referat mit dem Fazit: “Im Internet ist das, was Wert generiert schlussendlich Traffic und mittels diesm kann man Revenues generieren.” und einem chinesischen Sprichwort: “Wenn der Wind aufzieht, bauen einige Menschen Mauern, andere bauen Windmühlen”.

Überlegungen bezüglich einer Klage gegen Google
Es erstaunt etwas, dass der Verband Schweizer Presse die juristischen Erfolgsaussichten einer Klage gegen Google positiv beurteilt.
So haben die Verleger erst jüngst eine Klage vor Bundesgericht verloren, die festhielt, dass elektronische Pressespiegel keine Bewilligung der Verlage benötigten. Nun kann argumentiert werden, dass es in diesem Fall primär um die finanzielle Abgeltung der Autoren-Rechte ging, doch ist interessant zu lesen, dass in den Anträgen der klagenden Verlage, dem beklagten Pressedienst nicht die Verbreitung der Inhalte untersagt werden soll, sondern es sei dieser lediglich zu verbieten, hierfür Vergütungen zu erheben.

Interessant wäre also die Argumentation seitens Google, dass der Dienst Google News lediglich ein kostenfreier Presse-Clipping Dienst für Private sei, welcher gestützt auf Art. 19 Abs. 1 URG veröffentlichte Werke zum Eigengebrauch der User verwende. Denn nach Rechtssprechung gilt als Eigengebrauch unter anderem das Vervielfältigen von Werkexemplaren in Betrieben, öffentlichen Verwaltungen, Instituten, Kommissionen und ähnlichen Einrichtungen für die interne Information oder Dokumentation.

Weiter gilt als richtugsweisendes Urteil des Bundesgerichts der Spidering-Fall, bei dem mehrere Online-Plattformen und ein Verlag erfolglos gegen eine Aggregations-Plattform vorzugehen versuchten.

Und wenn man noch ein Urteil aus Deutschland (Paperboy) mitberücksichtigen will, so findet man auch dort den Leitsatz: “Wird ein Hyperlink zu einer Datei auf einer fremden Webseite mit einem urheberrechtlich geschützten Werk gesetzt, wird dadurch nicht in das Vervielfältigungsrecht an diesem Werk eingegriffen.”

Die Verlage sollten sich also eine Klage gegen Google gut überlegen. Nun kann die Überlegung natürlich sein, dass man versucht Google zu einem teuren Vergleich zu bewegen und einige Milliönchen zu lösen, doch ist davon auszugehen, dass ein solches Verfahren doch einige Jahre dauern würde, bis man sich auf einer vernünftigen Basis findet. Die Zeit läuft in diesem Fall aber für Google und gegen die Verlage.

Folgerungen

Anstatt sich auf langjährige Prozesse mit unsicheren Ergebnissen einzulassen sollten Verlage folgende Schritte unternehmen, um sich auf die Online-Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten:

- akzeptieren, dass Aggregationsplattformen inskünftig nicht zu vermeiden sind, zumal die Verlage selbst diesen Trend aktiv fördern
- eine klare und vorausschauende Online-Strategie entwickeln, inkl. redaktionelle USPs eruieren
- proaktive Daten-Feeds (bspw. RSS) ihrer News einrichten und mit AdTags versehen, damit die Online-Reichweite gesteigert werden kann
- Tools einbinden, welche die viralen Effekte des Internets fördern
(auf www.suedostschweiz.ch können Sie beispielsweise einen guten Artikel noch immer nicht an Freunde senden…)
- sich mit Begriffen wie SEO, Conversion-Tuning, AdQuality vertraut machen
- die ihnen zur Verfügung stehenden offline Reichweiten nutzen, um neue online Marken aufzubauen, damit diese zukünftige Ertrags- und Reichweiten-Rückgänge kompensieren können
- sich mit contextuellen und lead-basierten Werbemodellen vertraut machen, da diese in den kommenden 36 – 48 Monaten beginnen werden, die traditionellen Werbemodelle preislich unter Druck zu setzen

Denn entgegen einer kürzlich publizierten Verleger-Ansicht können auch “Blogger” guten und glaubwürdigen Journalismus betreiben. Sollten die Verlage online nicht gefunden werden, werden es inskünftig andere sein (bspw. Personen mit einem speziellen Fachinteresse), die Nachrichten schreiben und verbreiten und dank Aggregatoren wie Google auch gefunden werden.



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-> Siehe auch: Interview des KleinReport mit Hans-Peter Rohner

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Matt Cutts: Google SEO Suchmaschinen Optimierung

18. September 2007 - 14:37 Uhr

SEO (Search Engine Optimization) ist wohl eines der wichtigsten Themen der Zukunft für jede Website und dieses Thema werden wir auf netznews.tv in den kommenden 2-3 Wochen etwas intensiver widmen.

Ziel jeder SEO-Massnahme ist, wie der Name schon sagt, in den Suchmaschinen besser gelistet zu werden. Da in der Schweiz fast nur eine Suchmaschine von Bedeutung ist, haben wir uns an die wohl kompetenteste Person zu diesem Thema gewandt, Matt Cutts von Google. Matt ist Head des Web-Spam Teams bei Google, also der Abteilung, die alle sogenannten “Black-Hat”-SEO-Massnahmen weltweit bekämpft und die Google Guidelines nach aussen hin auch vertritt.

Wie im Interview mit Matt Bailey haben wir auch Matt Cutts befragt, welche Rolle er der IT zuschreibt.

1 Kommentar » | Google, Matt Cutts, SEO, SES

BarCamp: Eine Konferenz als offline Wiki

10. September 2007 - 10:39 Uhr

Letzte Woche berichteten wir über eGovernement und hatten dazu das Interview mit Hillary Hartley gezeigt, welches am diesjährigen BarCamp-Block aufgezeichnet wurde.

Doch was ist BarCamp?

BarCamp
ist eine Konferenz, die wie ein Wiki funktioniert. D.h. alle Teilnehmer können den Inhalt der Konferenz selbst steuern und zum Gelingen der Konferenz beitragen.

BarCamp gibt es auch in der Schweiz. Das nächste Schweizer BarCamp findet am 29. September 2007 in Lausanne statt und am 20. Oktober in Zürich.

BarCamp wurde 2005 von Tara Hunt und Chris Messina ins Leben gerufen und folgt diesen Regeln:

The Rules of Bar Camp
———————

* 1st Rule: You do talk about Bar Camp.
* 2nd Rule: You do blog about Bar Camp.
* 3rd Rule: If you want to present, you must write your
topic and name in a presentation slot.
* 4th Rule: Only three word intros.
* 5th Rule: As many presentations at a time as facilities
allow for.
* 6th Rule: No pre-scheduled presentations, no tourists.
* 7th Rule: Presentations will go on as long as they have
to or until they run into another presentation
slot.
* 8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE
to present. (Ok, you don’t really HAVE to, but
try to find someone to present with, or at least
ask questions and be an interactive participant.)

by Tantek Çelik as parodied from The Rules of Fight Club.

Viel Spass in Lausanne :-)

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